Sport schützt vor neurologischer Degeneration

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Turnvater Jahns Leitsatz, dass in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohne, hat nichts an Gültigkeit eingebüßt – wenn auch diesem die frei interpretierten Worte des römischen Dichters Juvenal zugrunde liegen, der diesen Sachverhalt mit seiner Aussage wohl eher infrage stellen wollte. Letztendlich hat Turnvater Jahns These vielfach Anhänger und Belege gefunden (Ausnahmen bestätigen die Regel, ein gesunder Körper ist eben keine Garantie für einen ebensolchen Geist).


Sport ist ein hervorragendes Werkzeug für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen und um ihrer Entstehung entgegenwirken zu können – und zwar in jedem Alter. Unsere Lebenserwartung ist enorm gestiegen, und mit ihr die Häufigkeit altersbezogener Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus Typ II, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder solchen des Bewegungsapparates und eben auch des zentralen Nervensystems, wie beispielsweise Morbus Parkinson oder Morbus Alzheimer. Demenzielle Erkrankungen sind eine Herausforderung, der wir mithilfe körperlicher Aktivität begegnen können.

Regelmäßige Bewegung trägt generell dazu bei, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten und zu verbessern, bei Kindern und Jugendlichen und ebenso im Erwachsenen- und fortgeschrittenen Alter. Körperliche Aktivität senkt das Risiko, kognitive Defizite zu entwickeln sowie die Gefahr (vorzeitig) an Alzheimer zu erkranken. Wir trainieren nicht nur unseren Körper, sondern fördern dabei automatisch unsere Reaktionsfähigkeit, unsere Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, auch die allgemeine Aufmerksamkeit und die Merkfähigkeit werden dabei geschult. Neben geistigen Herausforderungen wie Kreuzwort- oder andere Rätsel, das Interesse am Zeitgeschehen, der Wunsch, immer wieder Neues zu lernen oder bezogen auf den digitalen Fortschritt "up to date" zu bleiben, die ohne Frage notwendig sind, um die Funktion des zentralen Nervensystems zu fördern, wurde die Wirkung körperlicher Aktivität häufig unterschätzt.

Für welche Art von sportlicher Betätigung man sich entscheidet, hängt freilich von den individuellen Voraussetzungen und Neigungen ab. Es gibt so viele Möglichkeiten, gemeinsam mit anderen oder alleine den Körper zu ertüchtigen, dass die Wahl zur Qual werden kann. Doch am Wichtigsten ist das Tun. Bei körperlichen Beschwerden/Einschränkungen etwa des Bewegungsapparats, auch beim Vorliegen von Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, sollte vorher der Rat des Hausarztes eingeholt werden.

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